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DESIGN 
AUS 
HAMBURG

Florian Vogel mit seinem Label Victor Foxtrot im Videoportrait

Klar und überraschend, diese Kriterien zeichnen die Lampen und Möbel von Florian Vogel aus. Mit seiner Marke Victor Foxtrot furniture & lighting denkt er die Funktionalität immer um eine Detailecke weiter. Wir besuchen Florian Vogel in seiner Heimatstadt Hamburg. Auf dem Weg von der Wohnung zum Atelier gibt er Einblicke in sein Selbstverständnis als Designer.

Kein Designer bekennt sich heute mehr zu Schnörkeln. Der Funktionalität zu folgen, gilt als das oberste Gebot. Aber dieser Funktionalität Charakter zu geben, gelingt nur den wenigsten Designern. Florian Vogel hat sich mit den Möbeln und Leuchten seiner Marke Victor Foxtrot mühelos in diese Liga gespielt.

Florian Vogel im Atelier an seinem Tisch Same Same

Zu Hause in der Designwelt ist der 1978 in Hamburg geborene Florian Vogel von Kindesbeinen an. In seinem Elternhaus wächst er zwischen 70er-Jahre-Designermöbeln auf. Schon als Kind bemalt er jedes Blatt Papier, das er findet. Der frühen ästhetischen Prägung stellt er nach der Schule eine einjährige handwerkliche Ausbildung zum Schlosser zur Seite.

Von 2004 bis 2012 arbeitet er in München im Team von Ingo Maurer, damals längst ein legendärer Lichtdesigner, der für Florian Vogel zum väterlichen Richtungsgeber wird. 2012 geht Vogel nach Hamburg zurück und gründet seine eigene Firma Victor Foxtrot furniture & lighting (Victor Foxtrot steht im Flaggenalphabet für V und F, Florian Vogels Initialen).

Aber wichtige Direktiven für seine Arbeit hat er in seiner Münchner Zeit in Auseinandersetzung mit Maurers Designphilosophie entwickelt. „Wenn ein Detail zum Wesentlichen wird, dann entsteht etwas Besonderes“, ist einer der zentralen Leitsätze von Vogel. Bei seinem Kleidergestell LessMess übernehmen die Lederriemen, mit denen die Stange gehalten wird, diese Detailaufgabe. Der Tisch Same Same beeindruckt vor allem durch das feingliedrige Metallgestell, das leicht aussieht, ohne an Stabilität einzubüßen – ein konstruktiver Zaubertrick.

Im Hintergrund Purismus pur: die Kleiderstange Less Mess und die VITPILEN 701
Florian Vogel bei der Arbeit: von der Skizze zum Prototypen

Form follows Function

Das Arbeitscredo von Florian Vogel ist so schnörkellos wie seine Objekte: „Meine Herangehensweise ist handwerklich. Ich komme vom Fräsen, Schweißen, Flexen. Das Geradlinige ist das, was ich mache. Bei all meinen Entwürfen steht die Benutzbarkeit im Vordergrund. Es geht mir nicht darum, Technik zu verstecken, sondern Technik als das schöne Detail herauszuheben.“

Die gleichen Ansprüche stellt er an ein Motorrad: „Der Minimalismus fasziniert mich auch an der VITPILEN 701, die Reduktion auf das Wesentliche, die pure Technik. Das Design geht keinerlei Kompromisse ein“, erklärt er seine Vorliebe für das Husqvarna-Modell. Aber der Mann, der mit dem Motorrad durch den Hamburger Verkehr wedelt und in der Werkstatt Carhartt trägt, die US-amerikanische Workwear-Marke, die von den Skatern gekapert wurde, ist alles andere als ein strenger Dogmatiker. Es ist gerade Florian Vogels Sinn für Humor, der Schalk im Nacken eines Hamburger Jung, der auch den geradlinigsten Entwürfen von Victor Foxtrot ihren ganz speziellen Charme gibt.

"Der Minimalismus fasziniert mich auch an der VITPILEN 701, die Reduktion auf das Wesentliche, die pure Technik."

Florian Vogel

Text: Jan Joswig
Bilder: Frank Schlotterbeck